Energieholzpotenziale Wald im Landkreis Energieholzmarkt Links Kontakt Impressum Startseite
Landkreis
Gemeinden A-Z
Kurzfassung
     
 
Kurzfassung
 
 

Der ambitionierte Biomasseaktionsplan des Landes Baden-Württemberg (Steigerung des Bioenergieanteils von 4,4% auf 10% bis in 2010) stellt die Akteure im ländlichen Raum vor große Herausforderungen, bietet ihnen aber gleichzeitig gewaltige Chancen. Für Waldbesitzer, die sich in diesem Kontext am stark expandierend Geschäftsfeld „Bioenergie“ erfolgreich beteiligen wollen, kommt einer detaillierten Analyse ihres Warenlagers „Wald“ bezüglich der Art, der Qualität, des Volumens sowie hinsichtlich der Erreichbarkeit des Produkts „Energieholz“ eine entscheidende Bedeutung zu.

Für den Landkreis Göppingen wurde daher beispielhaft eine detaillierte Analyse des Waldbestandes mit seinem technischen und wirtschaftlichen Energieholzpotenzial erarbeitet. Als Eingangsgrößen dienten die Nutzungsansätze der forstlichen Planung (Forsteinrichtung) verknüpft mit empirischen Erhebungen zur Sortenverteilung inner­halb der Waldentwicklungstypen (WET). Aus diesen Werten wurden Potenzialwerte pro Hektar hergeleitet, die als Bindeglied zu einer ergänzenden GIS-basierten Analyse dienten.

Aufbauend auf den geografischen Daten der Landesvermessung, sowie den Fachdaten
der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg wurde die räumliche und entsprechend attributierte Verteilung des öffentlichen Waldes abgebildet. Mangels Informationen über den Privatwald, musste hierbei ein Verfahren zur Herleitung verlässlicher Strukturdaten entwickelt werden. Ausgehend von vegetationsanalysierenden Satellitenbilddaten (Baumartengruppen und Mischungsformen) verknüpft mit den ALK-Daten, wurden Waldentwicklungstypen für den Privatwald hergeleitet. Zur Ermittlung des Behandlungstyps (BHT) bedurfte es der Auswertung flugzeuggetragener Laserscanmessungen, die die Erfassung der topografischen Geländeoberfläche (DGM) und Objektoberflächen (DOM) ermöglicht. Diese Modelle liefern verlässliche Informationen zur Höhe der Waldbestände. Aus daraus generierten Bestandeshöhen konnte wiederum auf die Behandlungs­einheit geschlossen werden.
Über WET und BHT wurden nunmehr die Nutzungsan­sätze pro Hektar verknüpft.
Damit liegt nun eine parzellenscharfe räumliche Verteilung des Potenzials vor.

Aus diesen Auswertungsschritten ergibt sich für die 22.400 ha Wald (= 20.600 ha Holzbodenfläche) des Landkreises über alle drei Waldbesitzarten hinweg ein Energieholzpotenzial von circa 37.000 Efm/a, dass entspricht einem durchschnittlichen Energieholzanfall von 1,8 Efm/a/ha. Bei einer zusätzlichen Nutzung des Kronenmaterials könnte dieser Anteil sogar auf 57.000 Efm/a und damit auf durchschnittlich 2,8 Efm/a/ha gesteigert werden. Wesentlich ist, dass die kleinräumige Verteilung des Nutzungspotenzials kartenmäßig dargestellt wird und jedem Waldort konkret zugeordnet werden kann. Ebenso wird erkennbar, auf welchen Standorten die aktuellen Nutzungen noch nicht ausgereizt sind und neue Potenziale erschlossen werden können.

Unter Berücksichtigung erschließungstechnischer Einschränkungen (Hangneigung, Abstand zum Fahrweg) werden speziellen Energieholz-Ernteverfahren spezifische Aufarbeitungskosten pro Festmeter Energieholz zugeordnet. Zusammen mit den aktuell erzielbaren Hackschnitzelpreis und dem Holzanfall je Hektar ergibt sich eine Karte mit im betrieblichen Sinne operationalen Biomassepotenzialen. So können bereits derzeit auf 9.380 ha Waldfläche ca. 28.000 Efm/a bzw. ca. 44.000 Efm/a Energieholz kostendeckend bereitgestellt werden.

Ein sich entwickelnder regionaler Energieholzmarkt kann nun auf der Basis der vorliegenden Daten mit zuverlässigen Informationen über die Versorgung mit entsprechenden Rohstoffen unterstützt werden. Anlagenprojektierungen können auf Grundlage dieser Analyse auf detaillierte Informationen über räumliches Aufkommen, Bereitstellungsverfahren, Erreichbarkeit und Transportaufwand langfristige Liefervolumina und Brennstoffqualitäten zurückgreifen sowie die Anlagentechnologie vor dem Hintergrund nachhaltiger Versorgungskonzepte auslegen.

PDF-Langfassung [2,6 MB]

 

     
 
 
 

Kofinanziert von